Geht es in der Geschichte vom reichen Mann und Lazarus in Luk 16: 19-31 um eine ewige Bestrafung und Qual in der Hölle oder ist es eher ein Gleichnis, in dem Jesus den Pharisäern ein paar Punkte deutlich möchte?

Viele Tatsachen in der Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann deuten darauf hin, dass dies ein Gleichnis ist. Jede unserer Aussagen ist mit einer oder mehreren Bibelstellen hinterlegt, um den Standpunkt zu verdeutlichen. Einige sind wie folgt:

  • Abrahams Schoß ist nicht im Himmel (Hebr 11:8-10, 16)
  • Menschen in der Hölle können nicht mit denen im Himmel reden (Isaiah 65: 17)
  • Die Toten sind in ihren Gräbern (Job 17:13, John 5:28-29). Der reiche Mann war in einer irdisch, körperlichen Form mit Augen, Zunge usw., und wir wissen, dass der Körper nicht in die Hölle geht, wenn man stirbt. Es ist sehr offensichtlich, dass der Körper im Grab bleibt, wie die Bibel sagt.
  • Die Menschen werden bei der Widerkunft von Jesus Christus belohnt, nicht im Tod (Rev 22:11, 12)
  • Die Verlorenen werden in der Hölle am Ende der Welt bestraft, nicht, wenn sie sterben (Matt. 13:40-42).

Der Punkt, den Jesus in dieser Geschichte den Pharisäern deutlich machen wollte, befindet sich jedoch in Luk 16:31. Daraus folgt:

Jesus wollte seine Zuhörer durch die Darstellung des armen Lazarus und des reichen Mannes lehren, dass der Reichtum entgegen der damals herrschenden Auffassung, nicht unbedingt ein Indiz für die göttliche Gunst sein muss. Ebenso, wie die Armut kein Zeichen des Urteils Gottes, gegenüber einer anderen Person ist. Er

Jesus suchte auch die Juden zu unterrichten, dass die Erlösung nicht durch Geburtsrecht die ihrige sein würde. Der reiche Mann in den Qualen ruft zu „Vater Abraham“, genauso wie die Juden zur Zeit von Jesus fälschlicherweise annahmen, dass ihr Erbe als Juden, als Beweis gilt, dass sie erlöst seien.

Darüber hinaus versuchte Jesus seinen Zuhörern zu verstehen zu geben, dass nur die Treue zu Gottes Wort sie darauf vorbereiten würde, in das ewige Leben einzutreten. Er sagte zu ihnen: „Wenn sie nicht Moses und die Propheten hören, so werden sie auch nicht glauben, wenn auch nur einer von den Toten auferstanden würde“ (Luk 16:31).

Schlussfolgerung:

Das Gleichnis vom reichen Mann und den armen Lazarus zu benutzen, um die falsche Lehre einer ewig brennenden Hölle zu fördern, ist damit gleichzusetzen,  das Wort Gottes zu missbrauchen und Gottes Charakter falsch darzustellen.

Jesus schildert das Los eines armen Menschen, von denen so viele in dieser Welt gibt. Der arme Lazarus ist ein Sinnbild vieler menschlicher Schicksale. Eines zeichnet ihn jedoch besonders aus, dass er so vielen Armen voraus hat. Es ist in seinem Namen angedeutet: Lazarus (abgeleitet vom hebräischen Namen Eleasar = Gotthilf). Um in Abrahams Schoss zu gelangen, braucht es mehr als nur Armut, es setzt all das voraus, was im Namen „Gotthilf“ ausgedrückt werden soll. Es ist Armut, die reich in Gott ist.